UHC Lok Reinach

 
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Michael Binder - der amerikanische Nationalspieler in Reinachs Diensten

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Michael Binder, langjähriger Spieler von Lok Reinach, nimmt mit der Amerikanischen Nationalmannschaft an den Ausscheidungsspielen in Kanada vom 5. und 6. Februar 2010 gegen Kanada teil. Der Sieger ist für die Weltmeisterschaft vom Dezember 2010 in Finnland qualifiziert. Fred Hobi führte mit Michael Binder kurz vor dem Abflug, welchen die Spieler selber berappen müssen, ein Interview.

 

Steckbrief:

Geb.-Datum: 12.03.1986

Grösse: 178 cm

Gewicht: 72 Kg

Nationalität: CH / USA

Zivilstand: ledig

Beruf: Zimmermann, in Ausbildung zum Techniker HF Holzbau

Hobbies: Feuerwehr, Klavier spielen

Verein: UHC Lok Reinach

Position: Verteidigung




 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieso besitzt du die amerikanische Staatsbürgerschaft?

Ich wurde ich den USA geboren. Mein Vater hatte in dieser Zeit eine Anstellung in den Vereinigten Staaten.


Seit wann spielst du Unihockey?

1999 habe ich beim TSV Red Fox Frick mit dem Unihockey begonnen und im Jahre 2001 wechselte ich zu Lok Reinach.


Du spielst bei Lok Reinach in der 1. Mannschaft (zur Zeit SML), betreibst also Leistungssport. Wie koordinierst du den Aufwand mit deiner beruflichen Weiterbildung, Feuerwehr und den weiteren Hobbies?

Es ist schwierig alles unter einen Hut zu bringen und die Situation befriedigt mich auch nicht immer. Im Moment ist eigentlich am Freitag der einzige Abend der nicht fix verplant ist und diese knappe Zeit geniesse ich zur Erholung.


Welchen Stellenwert hat Unihockey bei dir?

Sport ist für mich sehr wichtig als Ausgleich zum Beruf. Da kann ich den Kopf gut "durchlüften" und mir macht das Unihockey viel Spass und Freude.


In der SML-Saison 09/10 lief es für Lok nicht optimal, kommen da nie Zweifel über das Verhältnis von Aufwand und "Ertrag" auf?

Doch, manchmal macht man sich schon so seine Gedanken. Besonders nach Trainings, in denen ich mich nicht besonders gut fühle, frage ich mich schon dann und wann wieso ich den 45-minütigen Weg nach Reinach auf mich nehme. Aber diese Gedanken verfliegen dann doch relativ schnell wieder, denn, wie bereits erwähnt, ich habe immer noch viel Spass und Freude am Unihockey. Und sich mit den besten Teams der Schweiz immer wieder aufs neue zu messen ist eine schöne Herausforderung.


Nach Abschluss der regulären Saison belegt Lok den 10. und letzten Rang und ist in der Relegationsrunde. Wie ist deine Vorbereitung auf diese wichtige und entscheidende Phase der Meisterschaft?

Am 27. Januar reise ich nach Kanada, wo ich mit der amerikanischen Nationalmannschaft die WM-Qualifikation gegen Kanada bestreiten darf. Daneben hoffe ich, dass mir dennoch genug Zeit bleibt, meine Fuss- und Bänderbeschwerden ein wenig auszukurieren, so dass ich am 13. Februar gut motiviert mit Lok Reinach in die Relegationsrunde steigen kann.


Seit wann spielst du für die USA?

Das ist das erste Aufgebot und ich hoffe, dass es nicht das Letzte sein wird.


Was sind die Ziele des US-Teams?

Wir wollen ganz klar die WM-Qualifikation gegen Kanada bestehen und im Dezember 2010 an der WM-Endrunde in Finnland teilnehmen.


Wie bewältigst du die Umstellung Nationalmannschaft / SML-Team?

Ein Problem werden sicher die Reisen sein. Ich komme am Montag, 8. Februar in die Schweiz zurück und am Dienstag ist dann schon wieder Training mit Lok Reinach. Da ich die Nomination für das US-Team als Erlebnis und positive Erfahrung empfinde bin ich zuversichtlich, dass ich den Reisestress problemlos bewältigen kann.


Was sind deine persönlichen, sportlichen Ziele?

Als Teenager, als ich mit dem Unihockey begonnen habe, war mein grosser Traum, dass ich einmal in der Nationalliga spielen kann. Mit dem Wechsel zu Lok Reinach war ich diesem Bubentraum bereits ein wichtiges Stück nähergekommen und dann wurde ich in die 1. Mannschaft aufgenommen und mein Bubentraum ging in Erfüllung. Als nächstes träumte ich davon, in einer Nationalmannschaft zu spielen. Für ein Land anzutreten und die Nationalhymne zu hören, das muss ein besonderes Ereignis sein. Da ich Doppelbürger (CH / USA) bin, war die Chance natürlich dementsprechend grösser und letztes Jahr bekam ich dann auch eine Anfrage aus den USA, ob ich mit dem US-Team die Qualifikation zur WM bestreiten möchte. Ich fühlte mich natürlich geehrt und habe auch spontan zugesagt. Nun ist mein sportliches Ziel mit den USA die Quali zu überstehen, um im Dezember in Finnland an der WM-Endrunde teilzunehmen.


Werden die USA als Unihockey-Team in der Schweiz wahrgenommen?

Ich denke nicht, dass die Vereine in der Schweiz grosses Interesse am US-Unihockey bekunden werden. Dazu ist die USA, im Moment, im Unihockey ein Niemandsland. Sollte diese Sportart in den USA jedoch auf ein gutes Echo stossen und dementsprechend gefördert werden, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass Amerika auch in dieser Sportart in Zukunft ein wichtiges Wort mitreden kann.

Mein nahes Umfeld wird sich sicherlich, so hoffe ich doch wenigstens, für die Resultate die wir erzielen interessieren.


Wo spielst du in der nächsten Saison?

Da die Belastung Beruf, Weiterbildung und Leistungssport in der nächsten Zeit noch grösser werden wird, muss ich mir mein Engagement im Spitzensport gut überlegen. Wenn wir uns mit der USA für die Endrunde qualifizieren ist das bestimmt eine grosse Motivation für mich, weiterhin, neben dem Beruf, den Aufwand für Spitzen-Unihockey zu betreiben. Ansonsten werde ich eine Auslegeordnung machen und die Prioritäten neu definieren müssen. An dieser Stelle will ich mich bei all denen bedanken, die mich immer wieder unterstützen und motivieren, vor allem auch bei meinem persönlichen Sponsor und Arbeitgeber, der Firma Husner Holzbau AG in Frick.


Michael, besten Dank für das Interview. Wir wünschen dir eine gute Reise nach Kanada und viel Glück in der Qualifikation zur WM-Endrunde.


Aktualisiert am Freitag, 29. Januar 2010 um 19:09  

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