Ein höchst intensives Spiel erwartete die Zuschauer in der heimischen Pfrundmatt, und es ging bereits nach nicht mal 30 Sekunden mit einem Lattenknaller Loks los. Beide Mannschaften waren agressiv und gewillt, den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Aber wie dies so ist, kann dieses Privileg nur eine Mannschaft in Anspruch nehmen. Die Caps starteten mit einer abwartenden, die Aargauer mit einer eher agressiven Taktik, die gegnerischen Defender wurden schon in ihrer Zone angegriffen. Just in dem Moment, als Reinach die Überhand zu gewinnen schien, war der erste Treffer gefallen – aber im Reinacher Tor. Die Oberwynentaler reagierten aber exzellent auf den Rückstand und bereits 90 Sekunden später konnte das Spiel wieder von vorne beginnen. Sowohl Reinach als auch die Caps konnten in diesem Drittel je eine Überzahlsituation nicht ausnutzen und somit ging es mit einem Unentschieden zum ersten Pausentee.
Caps im zweiten Drittel effizienter
Ob wohl Reinach im zweiten Abschnitt vermeintlich mehr im Ballbesitz war und dies auch in der offensiven Zone, konnten die Mannen um Captain Kaufmann keinen Treffer erzielen, zu harm- und ideenlos waren die Bemühungen um den Berner Kasten. Die Capitals machten es besser: Tröhler traf je einmal Anfangs und Ende des Drittels und mit diesem Vorsprung ging es in die zweite Pause. Bemerkenswert an diesem Drittel, dass das Reinacher Team sage und schreibe drei Strafen, davon gar eine doppelte Überzahl nicht in ein Tor ummünzen konnte. Der zweite Treffer der Berner war die logische Folge, Tröhler erzielte dies in Unterzahl.
Alles besser gemacht
Vor dem Anpfiff für dieses dritte Drittel hätte niemand mehr damit gerechnet, dass Reinach das Spiel nochmals drehen kann, derart desolat wirkten die Angriffsbemühungen der Aargauer. Aber es kam die Phase von Michael und Philipp Merki und diejenige des besten Reinachers an diesem Abend, Jimmy Gustaffson. Die Merkis glichen das Spiel praktisch im Alleingang aus – eine Minute nach Wiederbeginn traf Michael und nochmals 66 Sekunden später erzielte Philipp den Ausgleichstreffer. Diesen Doppelschlag konnten die Berner nicht mehr wegstecken. Reinach nun das bessere Team in einer Halle, die je länger je mehr einem Hexenkessel glich. Zwölf und sieben Minuten vor Schluss hängte der schwedische Verstärkunsspieler Jimmy Gustafsson zwei mal den Ball in die Maschen. Bern bemühte sich zwar in der Restzeit noch redlich um den Anschlusstreffer, aber die Aktionen blieben Stückwerk – die Oberwynentaler brachten den Sieg über die Zeit.
Ist der Knopf aufgegangen?
Reinach glänzte während der ersten beiden Perioden in keinster Weise. Umso eindrucksvoller die Reaktion, welche man im letzten Abschnitt abrufen konnte. Reinach kam wie verändert aus der Kabine und konnte das Spiel noch drehen. Diese Moral lässt hoffen, dass die Serie mit einem positiven Resultat beendet werden kann. Vielleicht war dies genau das Erlebnis, welche die Reinacher benötigten.
Telegramm:
Lok Reinach - Bern Capitals 5:3 (1:1, 0:2, 4:0)
Pfrundmatt, Reinach - 202 Zuschauer
SR: Brechbühler / Gallo
Tore: 10:57 Ming (Wittwer) 0:1, 12:33 De Icco (Hühler) 1:1, 21:58 Tröhler (Gerber) 1:2, 37:26 Tröhler 1:3, 41:03 Merki M. (Kaufmann) 2:3, 42:09 Merki P. (Höltschi) 3:3, 48:32 Gustafsson (De Icco) 4:3, 53:03 Gustafsson (Dätwyler) 5:3
Strafen: 16:43 Dätwyler 2', 18:43 Johansson 2', 23:58 Kilchemann 2', 25:10 Tröhler 2', 35:34 Wittwer 2', 57:36 Näf 2'
Lok Reinach: Cazzato; Binder, Höltschi, Hühler, Kaufmann, Näf, Ramseier, Wittwer; Dätwyler, De Icco, Gustafsson, Hediger, Hedlund, Hunziker, Merki M., Merki P., Spahija
Bern Capitals: Falk; Bergström, Galli, Galli, Jaggi, Johansson, Kilchemann, Strub; Baumann, Farine, Gerber, Lussi, Lüthy, Ming, Schorno, Stettler, Tröhler, Wittwer
Bemerkungen: 49. Time-Out Capitals








