Lok Reinach schliesst wohl die erfolgreichste Saison des Vereins mit dem Ligaerhalt in der höchsten Spielklasse ab. Das Oberwynental wird also auch ab nächstem September Unihockey der höchsten Spielklasse vor der Haustüre haben.
Reinach schafft erstmals den Ligaerhalt - die Unihockeyszene im allgemeinen hat nicht damit gerechnet. Aber die Aargauer haben es geschafft, und dies trotz einem Fehlstart in die fünfte Partie. Denn bereits nach etwas mehr als einer gespielten Minute kassierte man den ersten Treffer. Wahrscheinlich ein Weckruf für den SML-Vertreter, denn Näf glich bereits 51 Sekunden später aus. Die nächsten zehn Minuten waren durch die Reinacher dominiert, das Team um Svensson war wesentlich mehr im Ballbesitz, aber zu wirklich guten Chancen kam die Lok nicht. Die zweite Hälfte des ersten Drittels war dann wesentlich ausgeglichener, Bern tauchte auch wieder öfter vor Cazzato auf, aber auch die Hauptstädter konnten nichts zusätzlich Zählbares in die Kabine mitnehmen. Der erste Abschnitt war für die Zuschauer sicher der am wenigsten attraktive in dieser Partie.
Mehr Emotionen im zweiten Abschnitt
In die zweiten 20 Minuten starteten die Oberwynentaler optimal - bereis nach nicht mal vier Minuten konnte man wieder in Führung gehen. Gustafsson war der Schütze. Angepeitscht durch die sehr vielen und ihre Mannschaft frenetisch feiernden Reinacher Fans, wurde das Spiel aber nun mit mehr Emotionen geführt, und dadurch resultierten logischerweise auch Strafen. Zuerste musste in der 25. Minute Ives Farine von Bern raus, in der 31. Minute nahm Philipp Merki von Lok auf der Strafbank Platz. Beide Strafen aber blieben ohne Konsequenzen, die Powerplays weitgehend harmlos zu diesem Zeitpunkt. Dennoch, die Partie blieb spannend, denn die Capitals glichen das Spiel in der 35. Minute durch ein Tor von Lussi aus. Er hängte einen Schuss von der rechten Seite in die Maschen. Mit dem ausgeglichenen Spielstand ging es zum zweiten Mal zum Pausentee.
Abgeklärtes letztes Drittel
Das Spiel hing - wenn man die ersten beiden Drittel betrachtete - für beide Mannschaften an einem seidenen Faden. Beide Teams versuchten sich durch die Knappheit des Resultats nicht nervös machen zu lassen. Nun, was muss man sagen? Lok gelang dies besser. Die Reinacher starteten auch wieder optimal in diesen Abschnitt, der neuerliche Führungstreffer bereits nicht mal drei Minuten nach wiederanpfriff. Die Partie hätte schon in der 47. Minute entschieden werden können, der Berner Keeper Falk aber verhinderte die Zweitore-Führung von Lok aber mirakulös. Die Chance zum Ausgleich kam für die Berner in der 50. Minute: Ein Reinacher wurde wegen eines Wechselfehlers in die Kühlbox geschickt. Das Powerplay aber wiederum zu harmlos, um die nun souveräne Reinacher Mannschaft nochmals zu bezwingen. Die Vorentscheidung fiel in der 54. Minute: Lukas Wittwer erzielte den vierten Treffer für die Aargauer. Den Schlusspunkte setzte - trotz der bisherigen Überzahlschwäche der beiden Teams - im Powerplay Verteidiger Näf, welcher den Kreis schloss und somit Start- sowie Endpunkt setzte. Bern ersetzte in der Folge zwar seinen Torhüter noch durch einen sechsten Feldspieler, aber Reinach stand weiter diszipliniert und liess keinen weiteren Treffer zu.
Svenssons Prohpezeiung hat sich bewahrheitet
Head-Coach Svensson - welcher übrigens mit Fortdauer der Serie immer mehr dem Liechtensteiner Ski-Ass Marco Büchel ähnelte - erwähnte vor der Playout-Serie einmal, dass man in der Serie das beste Lok Reinach der gesamten Saison sehen werde. Er behielt recht, und zwar auf der ganzen Linie. Es ist nicht zuletzt seinen - zum Teil auch umstrittenen - Entscheidungen zu verdanken, dass Lok sich in der höchsten Spielklasse halten kann. Svensson hat das Team von Anfang an auf die Playouts vorbereitet und sein Plan ging auf. Trotz der Niederlage im ersten Spiel der Serie wurde man nicht nervös, man glaubte an sich und war jederzeit überzeugt, dass man den Ligaerhalt schafft. Nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass über zwei Drittel der Spiele in der Regular Season verloren gingen.
Was wird folgen?
Und die Aussichten sind rosig: Reinach hat ein junges Kader, welches jetzt bereits viele Erfahrungen in der SML sammeln konnte - kann man die Achse des Teams zusammenhalten, steht diesem eine grosse Zukunft bevor. Nicht zuletzt auch durch die Tatsache, dass durch die Aufstockung der Liga auf zwölf Teams zwei vermeintlich schwächere Mannschaften in der SML dazukommen. Lok Reinach wird sich nächste Saison mit Garantie an mehr Punkten erfreuen können, als dies in dieser Saison der Fall war.
Telegramm
Bern Capitals - Lok reinach 2 : 5 (1:1, 1:1, 0:3)
Sporthalle Moos, Gümligen - 340 Zuschauer
SR: Brechbühler / Gallo
Tore: 01:06 Wittwer (Stettler) 1:0, 01:57 Näf 1:1, 23:50 Gustafsson (Höltschi) 1:2, 34:34 Lussi (Wittwer) 2:2, 42:24 Dätwyler (De Icco) 2:3, 53:17 Wittwer (Merki) 2:4, 54:50 Näf (Hedlund) 2:5
Strafen: BernCapitals 3x2" / UHC Lok Reinach 2x2"
Bern Capitals: Falk, Strub, S.Galli, Bergström, Jaggi, Johansson, Wittwer, Lussi, N.Galli, Baumann, Stettler, Schorno, Gerber, Gysel, Kilchenmann, Farine, Lüthy, Ming, Tröhler
UHC Lok Reinach: J.Wittwer, Cazzato, Gürber, Dätwyler, Hühler, Hedlund, Ramseier, Gustafsson, Merki, L.Wittwer, Binder, Benz, Hediger, Höltschi, Merki, Näf, De Icco, Kaufmann, Spahija
Bemerkungen:
19. Pfostenschuss Reinach, 54. Time-Out Bern, ab 58. Caps teilweise ohne Torhüter, dafür mit sechstem Feldspieler









