Obwohl die Ausgangslage gemäss der aktuellen Tabellensituation eigentlich klar wäre, weiss man aus der Vergangenheit, dass diese Derbys immer hart umkämpft sind und Hochspannung bis zur letzten Minute garantieren. Um es vorwegzunehmen: So war es auch dieses Mal…

Die Lok startete gut ins erste Drittel und nach nicht einmal zwei gespielten Minuten konnte Lea Hunziker bereits zum 1:0 für Reinach einschiessen. In der Folge kontrollierte Reinach das Spiel und kam zu weiteren Chancen, die leider ungenutzt blieben. Nach der ersten Drittelshälfte führten verschiedene Unkonzentriertheiten seitens Lok dazu, dass Aarau immer besser ins Spiel fand. Nach 14 Spielminuten wurde eine Aarauerin im hohen Slot alleine gelassen und nutzte prompt die Chance zum Ausgleich. Danach gelang es Reinach, wieder vermehrt in die gegnerische Zone vorzustossen und so konnte Sabrina Eichenberger auf Pass von Simone Schiess kurz vor Drittelsende mit einem Weitschuss den 2:1 Führungstreffer erzielen.
Nach der klaren Pausenansprache des Trainerduos Moser / Tschudi begannen die Reinacherinnen hochkonzentriert ins zweite Drittel und konnten so das Spiel über weite Strecken kontrollieren. Der Druck aufs Tor wurde erhöht und im Slot wurde konsequent nachgesetzt. Dennoch blieben hochkarätige Chancen ungenutzt, ehe Simone Schiess in der 29. Minute mit einem Schuss aus der zweiten Reihe das Skore auf 3:1 erhöhte. Nach dem Führungsausbau folgte wie schon im ersten Drittel wieder ein Schwächeeinbruch. Reinach wurde in der Defensive zunehmends nachlässiger und gewährte den Aarauerinnen vermehrt Spielraum, was diese in gefährliche Torchancen ummünzten. Die stark
aufspielende Lok-Torfrau Keller parierte jedoch sämtliche Chancen und sicherte dem Team den 3:1 Pausenspielstand.
Die Ausgangslange für das entscheidende letzte Drittel war allen klar: Aarau wird nochmals sämtliche Kräfte bündeln und den Druck erhöhen. Nachlässigkeiten in der Defensive wie in den letzten zwei Dritteln liegen nicht drin und die Chancenauswertung muss verbessert werden. Was anfänglich noch gelang, konnte leider nicht sehr lange durchgezogen werden und so reüssierten die Aarauerinnen in der 50. Minute den Anschlusstreffer. Beflügelt von diesem Tor konnten sie nur drei Minuten später nachdoppeln und den Ausgleichstreffer erzielen. Das Spiel war wieder offen und langsam machte sich beidseitig Hektik und Nervosität spürbar. Reinachs Trainerduo nahm zum richtigen Zeitpunkt sein Time-Out und stellte fortan auf zwei Linien um. Nach einem Angriff der Gäste konnte Reinach den Ball abfangen und einen schnellen Konter lancieren: Lea Hunziker entwischte der Aarauer Verteidigung und schoss souverän das 4:3 für Lok. Die Gäste nahmen daraufhin ihr Time-Out und agierten ab dann mit einer sechsten Feldspielerin, welche die Torhüterin ersetzte. Nach einem hohen Ball von der Verteidigung Richtung Wüthrich eineinhalb Minuten vor Schluss konnte der Ball nur noch per Hand von einer Aarauer Spielerin gestoppt werden, was das Schiedsrichterduo lediglich mit einer Zweiminutenstrafe ahndete. Im anschliessenden Überzahlspiel gelang es Reinach mehrheitlich, den Ball in den eigenen Reihen zu behalten und damit den Derby-Sieg ins Trockene zu bringen.
Lok Reinach konnte in diesem Derby zwar nicht das erforderliche Top-Niveau abrufen, um schon früher den Unterschied zu machen. Wenn man aber nebst dem Chancenplus berücksichtigt, dass ein Tor von Lok nicht anerkannt wurde und zwei klare Penaltys verwehrt blieben, ist der Sieg für Lok Reinach auf jeden Fall verdient.

Das erste Rückrundenspiel findet am Sonntag, 17.12.2017 um 12.00 Uhr in Burgdorf statt.

UHC Lok Reinach – Team Aarau 4:3 (2:1, 1:0, 1:2)
Pfrundmatt, Reinach AG. 53. SR Haag / Maeget
Tore: 01.56 Lea Hunziker 1:0; 14.04 Team Aarau 1:1; 19.52 Sabrina Eichenberger (Simone Schiess) 2:1; 28.51 Simone Schiess 3:1; 49.20 Team Aarau 3:2; 52.13 Team Aarau 3:3; 55.09 Lea Hunziker 4:3.
Strafen: 1x Team Aarau (58.29)

UHC Lok Reinach: Durrer, Egger, Eichenberger, Hafner, Hirt T., Hunziker, Huser, Keller, Möhl, Müller, Muriset, Pattathuparambil, Rey, Schiess, Senn, Setz, Wüst L., Wüst N., Wüthrich.

Team Aarau: Bühler, Caluori, Fehlmann, Fäs, Frame, Kirsch, Lüscher, Müller, Nenna, Nyffeler, Roos, Rotzler, Schär, Siegrist, Spillmann, Stettler, Suter, Wyss, Zobrist, Zollinger